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Aktuelles

03.10.2015

Schottlandfahrt 2015

Diesen September stand beim VCP Berg wieder mal eine Auslandsfahrt auf dem Programm. Der Zielort war hierbei Schottland, in welches sich acht mutige Ranger-Rover unseres Stammes wagten, um zwischen den Bergen in den Highlands sowie an der Nord-Ost-Küste zwei unvergessliche Wochen zu erleben.


Gruppenfoto vor Ben Nevis

Offizielles Ende des West Highland Ways

Wanderweg entlang des Ufers des Loch Lomond

Sandstrand auf dem Morray Coast Trail

Höhlen an der Nord-Ostküste

Beginn der Fahrt war am Samstagvormittag, den 12. September, mit dem Treffpunkt am Bahnhof Nord in Starnberg. Von Starnberg aus fuhren wir mit der S-Bahn zum Münchner Flughafen, von wo aus nach erfolgreichem Check-In um kurz nach 15:00 Uhr der Flieger Richtung Glasgow startete. In Glasgow angekommen, wurden wir sogleich von tief hängenden, grauen Wolkenschwaden und Nieselregen begrüßt, also genau dem Wetter worauf wir uns eingestellt hatten. Nachdem alle ihr Gepäck abgeholt hatten, ging die Reise nahtlos über in eine Kombination aus Bus- und Bahnfahrt weiter nach Balmaha, dem Startpunkt unserer Wanderroute. Balmaha liegt auf dem West Highland Way, einem der bekanntesten, schönsten und auch ältesten Wanderwege Schottlands mit Ziel in der Stadt Fort William. Diesen Weg wollten in den nächsten 7-8 Tagen nun gemeinsam bestreiten. Als wir schließlich am Samstagabend Balmaha erreichten, wanderten wir noch einige Kilometer, ehe wir uns dazu entschlossen auf einem Campingplatz unser Zelt aufzuschlagen. Nachdem wir zu Abend gekocht und gegessen hatten, mussten vor dem Schlafengehen noch einige Unstimmigkeiten bezüglich der Liegepositionen im Zelt beseitigen. Es gestaltete sich nämlich gar nicht so einfach zu acht mitsamt Gepäck in einer Kothe unterzukommen, ohne stark angewinkelt oder gar übereinander zu liegen. Nachdem das Liegeplatzproblem aber schließlich gelöst werden konnte, schliefen wir alle endlich ein. Die Etappe am nächsten Tag führte uns entlang der traumhaft schönen Küste des Loch Lomond, dem größten See Schottlands. Abends schlugen wir unser Lager an einem idyllischen kleinen Strandstück dieses Sees auf. Doch noch während des Aufbaus unseres Zeltes bekamen wir eine der sehr unangenehmen Seiten Schottlands mit geballter Kraft zu spüren, die sogenannten Midges (gespr. „Midschies“). Dabei handelt es sich um mückenartige Insekten von etwa der Größe einer Fruchtfliege, welche über Mensch und Tier herfallen und diese beißen. Der Schmerz beim Biss einer Midge ist in etwa mit dem Stich einer unserer in Deutschland lebenden Mücken zu vergleichen. Im Gegensatz zu unseren Mücken kommen die Midges aber weitaus häufiger vor. In ganzen Schwärmen fielen diese Biester zu hunderttausenden über uns her. Wer solch einen Überfall nicht selbst einmal erlebt hat, wird ihn sich nur schwer vorstellen können. Als einzige Gegenmaßnahmen konnten nur ständiges in Bewegung bleiben und sich komplett in Kleidung einhüllen ergriffen werden, da auch sämtliche Anti-Midges-Mittel nur bedingt Wirkung zeigten. Erst spät in der Nacht, als es deutlich kälter wurde, waren die Midges nicht mehr aktiv. Diese Erfahrungen führten dazu, dass sich jeder von uns am nächsten Tag gleich bei der ersten Möglichkeit ein Midge-Netz für den Kopf kaufte. Die folgenden Tage führten über Inverarnan nach Tyndrum, wo wir am Rande eines Flussbetts zelteten. Den Fluss selbst nutzten einige, um sich und auch einen Teil ihrer Kleidung zu waschen. Da das Flusswasser aber gefühlt eisige Temperaturen hatte, konnte man sich nur eher kurz darin aufhalten. Anschließend führte unsere Route über Inveroran in eine für die schottischen Highlands typische Heide- und Sumpflandschaft. Leider schien es nicht nur uns in dieser schönen Landschaft zu gefallen, sondern auch den Midges, da diese Gegend auch die ideale Brutstätte für sie ist. Dementsprechend erlebten wir an diesem Abend, als wir erschöpft von der langen Wanderung unser Zelt aufschlagen wollten, den schlimmsten Überfall durch die Insekten auf der gesamten Fahrt. In einer Mischung aus Wut und Verzweiflung entschlossen wir uns kurzerhand, einfach weiter bis in die Nacht zu wandern bis die Temperaturen so tief gefallen waren, dass keine Midges mehr unterwegs waren. Nach etwa zehn weiteren Kilometern schlugen wir schließlich gegen elf Uhr abends unser Zelt auf, kochten noch Abendessen und gingen dann endlich schlafen. Die darauffolgenden Etappen führten uns über die Devil´s Stairs hinauf zum höchsten Punkt unserer Wanderung und im Anschluss über Kinlochleven auf die Zielgerade nach Fort William. Bereits von weitem konnte man Ben Nevis, den höchsten Berg Schottlands sehen, welcher sich gleich neben unserem Zielort befand. An dessen Fuße übernachteten wir. Als wir in der Früh erwachten, wurden wir von der Menge der Leute, die den Ben Nevis besteigen wollten, überrascht. Ganze Menschenmassen wurden mit Bussen herangekarrt, sodass sich entlang des Aufstiegpfades immer wieder lange Schlangen bildeten. Dennoch entschied sich ein Mitglied unserer Gruppe den Berg zu besteigen, während der Rest nach Fort William lief, um dort eine Unterkunft zu suchen. Die Suche nach der Unterkunft gestaltete sich komplizierter als gedacht, da schon sehr viele Häuser belegt waren. Als wir dann aber schließlich eine Bleibe gefunden hatten, genossen alle das Leben zurück in der Zivilisation sehr.

Am nächsten Tag gingen wir in die Touristen-Info, um uns eine weitere Wanderroute auszusuchen. Da so ziemlich jeder von uns in ein weniger von Midges befallenes Gebiet wollte, fiel die Entscheidung auf den Morray Coast Trail, einem ca. 70 km langen Wanderweg entlang der Nord-Ostküste. Nach der Entscheidung machten wir uns sogleich auf die Reise dorthin, wofür wir zunächst mit dem Bus entlang des Ufers von Loch Ness nach Inverness fuhren. Von dort aus nahmen wir den Zug nach Forres, dem Startpunkt unserer Route. Unsere Etappen führten uns direkt entlang der Küste über lange Sandstrände, aber auch felsigere Küstenabschnitte mit Höhlen. Mehrfach konnten wir auch Robben beim Schwimmen oder Herumliegen beobachten. Einzig in der zweiten Nacht hatten wir größere Probleme mit dem Wetter. Wir hatten uns für die Übernachtung einen sehr schönen, direkt am Meer gelegenen Platz ausgesucht. Es hatte bereits den Großteil des Tages geregnet und hinzukommend hatte in der Nacht ein starker Wind begonnen zu wehen. Dies führte dazu, dass es in unser Zelt regnete, wobei vier Kandidaten besonders stark betroffen waren. Die besagten vier Kandidaten wurden mitsamt Schlafsack und Isomatte von oben bis unten nass. Somit beschlossen wir am Morgen, die nächstgelegene Kirche aufzusuchen, um dort unsere Sachen trocknen zu können. Die Kirche nahm uns dankenswerterweise sofort auf und stellte uns ihre Räumlichkeiten zur Verfügung. Dort konnten wir in einem Gruppenraum, welcher über eine sehr leistungsstarke Heizung verfügte, innerhalb von ca. vier Stunden alle nassen Sachen trocknen und unsere Wanderung somit unbeschwert fortsetzen. Ziel des Coast Trails war die Küstenstadt Cullen, welche wir bereits zwei Tage vor Abreise erreichten. Somit konnten wir dort noch einen erholsamen letzten Tag verbringen ehe wir die Heimreise antraten.

Insgesamt wanderten wir auf unserer fünfzehntägigen Fahrt eine Strecke von ungefähr 200 km. Hierbei bekamen wir die verschiedensten Seiten Schottlands von den bergigen Highlands bis zur flachen Küste zu sehen. Viele der Erlebnisse, welche wir dort machten, werden uns immer in Erinnerung bleiben und unsere Gruppe für immer verbinden. Trotz einiger Schwierigkeiten und Widrigkeiten, mit denen wir zu kämpfen hatten, kann die Fahrt als ein großer Erfolg und als eine sehr schöne Zeit für alle Teilnehmer gesehen werden. 

Ein besonders großes Dankeschön ist abschließend noch an unsere evangelisch-lutherische Kirchengemeinde auszusprechen. Erst diese ermöglichte durch ihre engagierte und großzügige finanzielle Unterstützung das gesamte Vorhaben und trägt somit zu einem großen Teil am Erfolg unserer Fahrt bei.


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